Die Freaks kommen!
»Die Freakshow, die ist in der Stadt, das Schlimmste, was ihr je gesehen habt«. Nun gut, ganz so schlimm wird es schon nicht werden. Allerdings ein bißchen gruselig schon. Denn der bunte Haufen, der da durch die Gegend rockt, ist alles andere als normal: Zwerge, zweiköpfige Wesen, eine Steinbeißerin oder auch ein starker August, eine illustre und zugleich ziemlich abgerissene Gesellschaft, die eigentlich auf die Jahrmärkte des viktorianischen England des 19. Jahrhunderts gehört. Damals war es noch verbreitet, Menschen mit ihren Abnormalitäten auszustellen. Die Schaulustigen zahlten Eintritt, um die sonderbaren Wesen anzuschauen und sich einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Begleitet werden die Freaks von einfühlsamem Gesang und mitreißenden Instrumenten, unter anderem gespielt auf einem Akkordeon, einer Tuba, Flöte und Trommeln.
Die Freakshow ist ein Element der aktuellen Produktion der Bielefelder Canaillen-Bagage: »Der Elefantenmensch«. Das Stück, das auf den Aufzeichnungen eines Artzes basiert, erzielt die Geschichte eines solchen verwachsenen Menschen, der aus dem Zwang und dem Elend einer Schaustelltruppe befreit wird. Aktuell tourt die Canaillen Bagage erfolgreich mit dem Stück durch NRW. Ein Straßentheater der besonderen Art, dass auch ernste und leisere Töne nicht scheut. Die Canaillen-Bagage ist eine freie Theatergruppe, die seit 1997 mit einer Reihe von Theaterproduktionen sowie Walk Acts auftritt. Schwerpunkte der Gruppe sind skurrile Stelzenfiguren und das von der Comedia dell'arte inspirierte Spiel mit Halbmasken.
Die Mitwirkenden sind Absolventinnen und Absolventen der theaterpädagogischen Fortbildung der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Spiel und Theater NRW. Sie führen neben ihrer künstlerischen Tätigkeit Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen durch, arbeiten mit Schulen im Bereich der Nachmittagsangebote zusammen und geben Workshops und Seminare zu unterschiedlichen Themen.